Der MSV Duisburg hat eine junge Mannschaft – und mittendrin steht Simon Symalla, der als talentierter Nachwuchsprofi den Sprung in den Herrenbereich geschafft hat. Im Gespräch mit der TheodorTimes spricht er über seine größten Erfolge, Rückschläge, das Leben als junger Spieler – und warum seine Eltern seine wichtigsten Vorbilder sind.
Wie würden Sie Ihren bisher größten Erfolg im Fußball beschreiben?
Symalla: Ich bin erst seit eineinhalb Jahren im Herrenbereich, aber der Aufstieg mit dem MSV war mein bisher größter Moment. Das war historisch – noch keiner ist direkt aus der Regionalliga wieder in die 3. Liga hochgegangen. Diese erste Saison bleibt für mich unvergesslich.
Wie gehen Sie mit Rückschlägen oder bitteren Momenten um – zum Beispiel Verletzungen?
Symalla: Natürlich ist das schwer. Die ersten Tage nach einer Diagnose sind oft negativ, aber ich versuche, das schnell umzuwandeln. Ich sage mir: Ich komme stärker zurück. Ich lasse diese negative Energie gar nicht lange an mich ran und arbeite mit Unterstützung des Vereins so schnell wie möglich an meinem Comeback.
Wer war Ihr größtes Vorbild, als Sie angefangen haben?
Symalla: Ein richtiges fußballerisches Vorbild hatte ich nie. Klar, Messi und Ronaldo sind beeindruckend, aber meine wirklichen Vorbilder sind meine Eltern. Sie haben mich immer unterstützt – ohne sie wäre ich nicht da, wo ich heute bin.
Wie fühlt es sich an, als junger Spieler im Verein unterwegs zu sein?
Symalla: Es gibt typische Sachen: Jüngere tragen öfter mal Materialien. Aber abgesehen davon bekomme ich genauso viel Vertrauen wie die älteren Spieler. Ich fühle mich sehr wohl – der Altersunterschied spielt kaum eine Rolle.
Haben Sie schon als Kind Fußball gespielt?
Symalla: Ja, absolut. Ich hatte immer einen Ball zu Hause. Mit fünf bin ich dann in den Verein, und mit zwölf ging es ins Nachwuchsleistungszentrum.
Wie war Ihr erster Auftritt im Stadion?
Symalla: Ein unbeschreibliches Gefühl. Du läufst ein, die Hymne läuft, du siehst die Fans – das ist der Moment, auf den man als Kind hinarbeitet. Das bleibt auch heute noch jedes Wochenende etwas Besonderes.
Wer unterstützt Sie am meisten auf Ihrem Weg?
Symalla: Viele: meine Eltern, mein Berater, der Verein. Diese Kombination gibt mir viel Rückhalt.
Wie sind Sie überhaupt zum Fußball gekommen?
Symalla: Durch einen Freund! Ich hatte zwar immer Bälle zu Hause, aber erst ein Freund hat mich mit in den Verein genommen – und seitdem bin ich dabeigeblieben.
Wie oft trainieren Sie pro Woche?
Symalla: Meistens fünfmal Mannschaftstraining inklusive Athletik. Dann ein Spiel. Individuelle Einheiten kommen oft noch obendrauf. Insgesamt bin ich etwa sechsmal die Woche auf dem Platz oder im Kraftraum.
Wie sieht der Tag vor einem Spiel aus?
Symalla: Wir trainieren meistens am frühen Nachmittag. Rituale habe ich kaum – außer, dass ich immer dasselbe esse. Ich entspanne, schaue etwas auf dem iPad oder Fernsehen und gehe früh schlafen.
Wie verstehen Sie sich mit der Mannschaft?
Symalla: Sehr gut. Wir haben ein starkes Miteinander, viel Respekt und eine gute Mischung aus Spaß und Ernst. Ich fühle mich extrem wohl.
Mit welchem bekannten Spieler würden Sie gerne mal zusammenspielen?
Symalla: Darüber habe ich noch nie richtig nachgedacht. Ein Traum wäre es aber natürlich, irgendwann Nationalspieler zu werden – dann spielt man automatisch mit großen Namen zusammen.
Haben Sie Pläne für die Zeit nach Ihrer aktiven Karriere?
Symalla: Mein Fokus liegt noch total auf dem Jetzt. Aber klar, ich kann mir gut vorstellen, im Fußball zu bleiben – vielleicht als Scout, Berater oder Trainer.
Gibt es Hobbys außerhalb des Fußballs?
Symalla: Ja, ich spiele sehr gerne Padel – der Sport kommt gerade richtig auf. Und ich verbringe viel Zeit mit meiner Familie und Freunden, um abzuschalten.
Wohin soll Ihre Karriere langfristig gehen?
Symalla: Prognosen sind schwer. Ich gebe jeden Tag Gas und versuche, jede Chance zu nutzen. Wie es weitergeht, zeigt sich dann von selbst.
Beschreiben Sie Ihre Mannschaft in drei Worten.
Symalla: Zusammenhalt. Gelassenheit. Erfolgsorientiert. Wir wollen jedes Spiel gewinnen – und nach einer Niederlage schauen wir sofort auf die nächste Chance.
Zum Abschluss: Hatten Sie früher selbst eine Schülerzeitung an Ihrer Schule?
Symalla: (lacht) Nein. Vielleicht gab es eine, aber ich war zu faul dafür. Und Schreiben war nie so mein Ding – im Deutschunterricht musste ich schon genug schreiben. Außerdem hatte ich wegen Fußball wenig Zeit für solche Projekte.
Interview geführt von Fiona Otto, Mia Radetzki, Fabian Laroche