Viele kennen Frau Schmidt als Deutsch- und Musiklehrerin, doch nur wenige wissen, dass sie als Schülerin auch schon auf das THG ging und 2006 hier ihr Abitur absolvierte.
Anlässlich des Jubiläums haben wir mit ihr ein Interview geführt, in dem sie von ihren Erfahrungen an unserer Schule berichtet.
Wie sah ein typischer Schultag von Ihnen aus?
Ich hatte jeden Tag sechs Stunden und der Unterricht war Lehrerzentriert. Gruppenarbeit gab es meistens nur in der Oberstufe. Außerdem hatten wir Klassenräume und nicht wie jetzt feste Lehrerräume.
Was ist Ihre schönste Erinnerung an Ihre Schulzeit hier?
Auf jeden Fall die Orchesterproben. Es hat immer viel Spaß gemacht und wir durften die Musikstücke mitbestimmen, außerdem war es eine tolle Gemeinschaft. Die Chemie AG war auch richtig gut, dort konnten Experimente fernab des Unterrichtsstoffes, ganz ohne Texte und Theorien, einfach ausprobieren.
Hat sich das THG seit Ihrer Schulzeit sehr verändert?
Räumlich gesehen gar nicht, also die Schule sieht wirklich noch fast genau gleich aus. Nur die Farben im Klassentrakt haben sich ein wenig geändert. Aber beispielsweise die Musikräume sind noch gleichgeblieben, es gibt immer noch diese Rechtshänderstühle, die schon damals für mich als Linkshänderin der Horror waren.
Gibt es eine lustige oder besondere Geschichte aus Ihrer Schulzeit, die Sie erzählen möchten?
Eigentlich wollte ich, als ich 16 war, komplett mit Musik aufhören. Eine Freundin vom Orchester fragte mich damals, ob wir bei einem Konzert ein Duett spielen wollen. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich bis heute dabeigeblieben bin. Seitdem habe ich quasi von 0 auf 100 alles mit Musik gemacht. Klavierunterricht, Querflöte und Gesang.
Welchen Rat würden Sie heutigen Schülern geben?
Packt das Handy weg!
Nutzt die Zeit anders, redet miteinander, verabredet euch. Im Nachhinein werdet ihr euch ärgern so viel Zeit damit verbracht zu haben. Engagiert euch anderweitig und nutzt jede Chance Erfahrung zu sammeln.
Wie hat die Schulzeit hier Ihren weiteren Lebensweg beeinflusst?
Die Lehrkräfte waren super freundlich und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Musik war außerdem eines der präsentesten Fächer am THG. Das lag an Herrn Lerch, der sehr intensiv für das Fach eingetreten ist. Das hat mich beeindruckt und bis heute geprägt. Es zeigt, dass es nicht eben nur ein Nebenfach ist, sondern das man mit Musik Menschen erreichen kann.
Beschreiben Sie Ihre Schulzeit in drei Worten.
Musik – Literatur – Zeit
Und warum genau diese Begriffe?
Ich glaube zu Musik muss ich gar nicht mehr so viel sagen, es hat mich einfach stark geprägt. Ich hatte damals Deutsch Grundkurs bei Frau Landwehr-Schreyer und wir haben einfach unfassbar viel diskutiert. Wir haben gelesen und uns danach darüber ausgetauscht. Das war eine gute Art von Unterricht, wenn auch außerhalb des Lehrplans. Und für Zeit, ich hatte nachmittags einfach unfassbar viel Zeit für Hobbys und Freunde, das war sehr schön.
Hat sich Ihr Blick auf die Schule verändert, seit Sie Lehrerin sind?
Als Schüler ist einem nicht klar, wie viel Organisation hinter den einzelnen Dingen steckt. Man bekommt den Stundenplan und nimmt es einfach so hin, aber im Hintergrund gibt es so viele kleine Dinge, die zusammenspielen. Das Zahnwerk von Lehrkräften, Eltern und Schüler*innen ist ganz entscheidend. Wenn die Schüler sich keine Mühe geben, kann ich mir noch so viele Unterrichtsstunden ausdenken. Gleichzeitig aber auch andersrum und wenn die Eltern sich nicht kümmern, gibt es noch andere Probleme. Schule ist ein Zusammenspiel aus vielen Faktoren, die man auf den ersten Blick garnicht sieht
Das Interview wurde von Henrike Langhoff geführt und verfasst