Viele kennen Frau Hellebrand als Geschichts- und Philosophielehrerin, doch nur wenige wissen, dass sie als Schülerin auch schon auf das THG ging und 2004 hier ihr Abitur absolvierte. Anlässlich des Jubiläums haben wir mit ihr ein Interview geführt, in dem sie von ihren Erfahrungen an unserer Schule berichtet.
Wie sah ein typischer Schultag von Ihnen aus?
Eigentlich genauso wie heute. Es hat sich gar nicht so viel verändert. Natürlich hatte ich das Daltonprinzip nicht gehabt. Aber ansonsten war es bis zur 8. Klasse [auch wie jetzt] von 8 Uhr bis 13.15 Uhr. Später kamen dann die Langtage dazu.
Was ist ihre schönste Erinnerung an Ihre Schulzeit hier?
Es gab kein spezielles Ereignis, an die ganze Schulzeit erinnere ich mich positiv. An meine Klasse, die Klassenlehrer, die Schulgemeinschaft. Grundsätzlich fand ich es immer toll, wenn sich die Lehrer Zeit für uns genommen haben. Wir hatten Sketch-Abende, Karneval-Partys und der Klassenlehrer kam dann dazu. Wir hatten AGs. Zum einen hat damals der Physiklehrer eine Foto-AG im Altbau gehabt. Da haben wir in einem dunklen Raum mit Rotlicht gearbeitet und selber Fotos entwickelt. Zum anderen eine Chemie-AG, zu der wir nachmittags hingegangen sind. Man ist einfach gerne zur Schule gegangen.
Hat sich das THG seit Ihrer Schulzeit sehr verändert?
Vom pädagogischen Konzept durch Dalton total. Räumlich hingegen gar nicht so sehr. Nur die Mensa kannte ich nicht, als ich 2020 wiedergekommen bin. Ich war dafür als erster Jahrgang im NaWi-Gebäude. Das wurde 2001 oder 2002 fertiggestellt. Das war auf jeden Fall ziemlich cool.
Gibt es eine lustige oder besondere Geschichte aus Ihrer Schulzeit, die Sie uns gerne mitteilen würden?
Eine besondere Geschichte gibt es da nicht. Ich habe aber noch einzelne Erinnerungen an Lehrer, die einen gefördert haben, an nette Kommentare unter den Klassenarbeiten, die Mut gemacht haben, oder Unterricht, der sehr alltagsnah war.
Welchen Rat würden Sie heutigen Schülern mitgeben?
Ich habe früher Schule als sehr anstrengend empfunden und man fragte sich, warum mache ich diese Aufgabe überhaupt, das brauch ich doch später nicht mehr. Wenn ich jedoch rückblickend darüber nachdenke, war es eigentlich die schönste Zeit. Frei sein und jeden Tag seine Freunde sehen. Vielleicht als Rat, dass man mal das Mühselige nach hinten stellt und sich ein bisschen mehr auf das Positive konzentriert. Beispielsweise an außerschulischen Aktivitäten teilnehmen, in die Schülerzeitung gehen. Bei Jugend-Debattiert einfach den Mut zu haben mitzumachen. Das sind die Erfahrungen, die ich rückblickend nie vergesse. Das hat mich so geprägt, nicht nur der Unterricht, sondern auch das, was man nebenher gemacht hat.
Da würde ich eben sagen mutig sein. Einfach das Schulleben so richtig mitnehmen.
Wie hat die Schulzeit Ihren weiteren Lebensweg beeinflusst?
Es geht. Ein bisschen sicherlich schon, dass ich mich hier immer wohlgefühlt habe. Dann ist auch der Wunsch wieder hierher zurückzukehren da. Mein Berufswunsch hat sich erst im Studium gefestigt. Ich habe erst was anderes studiert und bin dann zum Lehramt gewechselt.
Beschreiben Sie Ihre Schulzeit in drei Worten
Gemeinschaft, Anstrengung
Hat sich Ihr Blick auf die Schule geändert, seit Sie Lehrerin sind?
Ich finde schon. Der Perspektivwechsel ist ganz spannend. Speziell am THG finde ich das Dalton-Konzept besonders schön. Ich mag zum Beispiel das Zusammenkommen mit Schülern und dass ich Schüler nie ganz aus dem Blick verliere, wenn ich sie mal hatte. Man sieht sich immer mal wieder. Diese Nähe zum Schüler, das ist vielleicht auch etwas, was mir so wichtig ist.